grundig: 3059; Musikgerät: Netztrafo defekt ?
ID: 53291
Dieser Artikel betrifft das Modell: Musikgerät 3059 (Grundig (Radio-Vertrieb, RVF, Radiowerke); Fürth/Bayern)
grundig: 3059; Musikgerät: Netztrafo defekt ?
26.May.05 22:12
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Hallo Forum,
ich erhielt ein Gerät dieses Typs mit dem Vermerk: "Spielt nicht" zum Preise von 10 Euro. Gleich auffällig war die durchgebrannte Sicherung 300mA. Eine neue brannte auch gleich durch. Darauf prüfte ich die Elkos ohne Befund und baute eine Sicherung mit 400 mA ein, um zu testen. Ergebnis: ein Kurzschluß, der sich auch nicht durch das Abhängen des Heizkreises oder durch das Trennen des Netztrafos vom Gleichrichter beseitigen ließ.
Mein Schluß: Netztrafo defekt. Gibt es da noch eine andere Möglichkeit, die ich probieren könnte, um dieses Ergebnis zu verifizieren oder auszuschließen ?
Danke im Voraus
Holger Pflug
ich erhielt ein Gerät dieses Typs mit dem Vermerk: "Spielt nicht" zum Preise von 10 Euro. Gleich auffällig war die durchgebrannte Sicherung 300mA. Eine neue brannte auch gleich durch. Darauf prüfte ich die Elkos ohne Befund und baute eine Sicherung mit 400 mA ein, um zu testen. Ergebnis: ein Kurzschluß, der sich auch nicht durch das Abhängen des Heizkreises oder durch das Trennen des Netztrafos vom Gleichrichter beseitigen ließ.
Mein Schluß: Netztrafo defekt. Gibt es da noch eine andere Möglichkeit, die ich probieren könnte, um dieses Ergebnis zu verifizieren oder auszuschließen ?
Danke im Voraus
Holger Pflug
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26.May.05 22:40

hallo herr pflug,
sie können die primärwicklung (230V Seite) ohmisch messen.
wenn sie hier nahezu 0 Ohm messung hat der trafo kurzschluss.
ca. 15 - 50 ohm sind je nach trafo normal.
gruss, daniel doll
sie können die primärwicklung (230V Seite) ohmisch messen.
wenn sie hier nahezu 0 Ohm messung hat der trafo kurzschluss.
ca. 15 - 50 ohm sind je nach trafo normal.
gruss, daniel doll
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Gleichstromwiderstand?
26.May.05 22:42
Hallo Herr Pflug,
wie groß ist denn der Gleichstromwiderstand primär?
Ich messe bei meinem Patienten hier etwa 40 Ohm.
Viel Erfolg!
Jens Dehne
... nun hat es sich gerade überschnitten...
wie groß ist denn der Gleichstromwiderstand primär?
Ich messe bei meinem Patienten hier etwa 40 Ohm.
Viel Erfolg!
Jens Dehne
... nun hat es sich gerade überschnitten...
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Grundig 3059 Trafo
27.May.05 18:42
Hallo die Herren,
die Primärwicklung für 220 Volt hat genau 42,5 Ohm Gleichstromwiderstand. Bei der Messung der Widerstände an den Sekundärwicklungen messe ich abglötet jeweils gar keinen Durchgang, d.h. unendlichen Widerstand. Die Heizwicklung liefert aber Strom, die Röhren heizen und die Skalenbirne brennt. Die Anodenwicklung liefert rein gar nichts (es müßte sich im Wechselspannungsbereich des Multimeters ja irgendwas zeigen, oder ?), klemme ich die aber an die Wechselstromkontakte des Gleichrichters an, brennt die Sicherung durch. Irgendwie kann ich mir keinen Reim drauf machen.
Holger Pflug
die Primärwicklung für 220 Volt hat genau 42,5 Ohm Gleichstromwiderstand. Bei der Messung der Widerstände an den Sekundärwicklungen messe ich abglötet jeweils gar keinen Durchgang, d.h. unendlichen Widerstand. Die Heizwicklung liefert aber Strom, die Röhren heizen und die Skalenbirne brennt. Die Anodenwicklung liefert rein gar nichts (es müßte sich im Wechselspannungsbereich des Multimeters ja irgendwas zeigen, oder ?), klemme ich die aber an die Wechselstromkontakte des Gleichrichters an, brennt die Sicherung durch. Irgendwie kann ich mir keinen Reim drauf machen.
Holger Pflug
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28.May.05 00:51

Hallo Herr Pflug,
ist Ihr Meßgerät noch in Ordnung? Evtl. eine Sicherung durch, oder haben Sie sich vielleicht mit den Anschlüssen vertan? Es kann nicht sein, das sie unendlichen Widerstand messen, die Wicklung aber die Röhren heizt, die Wicklung also in Ordnung sein muß.
Sie schreiben:
Die Heizwicklung liefert aber Strom, die Röhren heizen und die Skalenbirne brennt. Die Anodenwicklung liefert rein gar nichts (es müßte sich im Wechselspannungsbereich des Multimeters ja irgendwas zeigen, oder ?), klemme ich die aber an die Wechselstromkontakte des Gleichrichters an, brennt die Sicherung durch.
Haben Sie sich evtl. vertan und im ersten Fall (Beschreibung im ersten Post) den Kreis zwischen Gleichrichter und Elko aufgetrennt?
Wenn ich Ihre Aussagen sortiere (2. Post), so ergibt dies:
1. Der Trafo läuft im Leerlauf, ohne angeschlossene Heizwicklungen und Anodenwicklung.
2. Der Trafo läuft auch mit angeschlossener Heizwicklung, aber ohne angeschlossene Anodenwicklung.
3. Mit angeschlossener Anodenwicklung brennt die Sicherung durch.
Fazit daraus. Bei einem defekten und verschmorten Transformator würde die Sicherung auch bei 1. und 2. durchbrennen. Das tut sie aber nicht, daher kann der Trafo als Fehlerursache erstmal ausgeschlossen werden.
Und weiter:
Wäre die Anodenspannungswicklung unterbrochen, so könnte die Sicherung auch bei einem Kurzschluß im Elko oder Gleichrichter nicht auslösen, da wegen der Unterbrechung kein Strom fließen kann. Da die Sicherung auslöst, fließt hier also ein Strom, die Wicklung muß also auch eine entsprechende Spannung liefern. Ich denke eher, das Sie sich da bei ihrer Messung vertan haben oder ihr Meßgerät nicht mehr in Ordnung ist.
Damit kommen dann als Fehler in Frage:
defekter Gleichrichter (Kurzschluß);
defekter Elko (Kurzschluß oder sehr hohe Stromaufnahme);
Kurzschluß in der Verdrahtung;
Sie sollten nun das Gerät wieder in den ursprünglichen Verdrahtungszustand versetzen (alle Strippen am Trafo wieder anlöten) und die Verbindung Gleichrichter - Elko auftrennen. Brennt die Sicherung nun durch? Wenn ja, dann untersuchen Sie den Gleichrichter. Wenn nicht, dann untersuchen Sie den Elko und die nachfolgende Verdrahtung auf Kurzschluß.
In der Hoffnung Ihnen weitergeholfen zu haben,
Gruß Paul Heußner
ist Ihr Meßgerät noch in Ordnung? Evtl. eine Sicherung durch, oder haben Sie sich vielleicht mit den Anschlüssen vertan? Es kann nicht sein, das sie unendlichen Widerstand messen, die Wicklung aber die Röhren heizt, die Wicklung also in Ordnung sein muß.
Sie schreiben:
Die Heizwicklung liefert aber Strom, die Röhren heizen und die Skalenbirne brennt. Die Anodenwicklung liefert rein gar nichts (es müßte sich im Wechselspannungsbereich des Multimeters ja irgendwas zeigen, oder ?), klemme ich die aber an die Wechselstromkontakte des Gleichrichters an, brennt die Sicherung durch.
Haben Sie sich evtl. vertan und im ersten Fall (Beschreibung im ersten Post) den Kreis zwischen Gleichrichter und Elko aufgetrennt?
Wenn ich Ihre Aussagen sortiere (2. Post), so ergibt dies:
1. Der Trafo läuft im Leerlauf, ohne angeschlossene Heizwicklungen und Anodenwicklung.
2. Der Trafo läuft auch mit angeschlossener Heizwicklung, aber ohne angeschlossene Anodenwicklung.
3. Mit angeschlossener Anodenwicklung brennt die Sicherung durch.
Fazit daraus. Bei einem defekten und verschmorten Transformator würde die Sicherung auch bei 1. und 2. durchbrennen. Das tut sie aber nicht, daher kann der Trafo als Fehlerursache erstmal ausgeschlossen werden.
Und weiter:
Wäre die Anodenspannungswicklung unterbrochen, so könnte die Sicherung auch bei einem Kurzschluß im Elko oder Gleichrichter nicht auslösen, da wegen der Unterbrechung kein Strom fließen kann. Da die Sicherung auslöst, fließt hier also ein Strom, die Wicklung muß also auch eine entsprechende Spannung liefern. Ich denke eher, das Sie sich da bei ihrer Messung vertan haben oder ihr Meßgerät nicht mehr in Ordnung ist.
Damit kommen dann als Fehler in Frage:
defekter Gleichrichter (Kurzschluß);
defekter Elko (Kurzschluß oder sehr hohe Stromaufnahme);
Kurzschluß in der Verdrahtung;
Sie sollten nun das Gerät wieder in den ursprünglichen Verdrahtungszustand versetzen (alle Strippen am Trafo wieder anlöten) und die Verbindung Gleichrichter - Elko auftrennen. Brennt die Sicherung nun durch? Wenn ja, dann untersuchen Sie den Gleichrichter. Wenn nicht, dann untersuchen Sie den Elko und die nachfolgende Verdrahtung auf Kurzschluß.
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Gruß Paul Heußner
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28.May.05 22:28
Hallo Herr Heussner,
vielen Dank für Ihre Antwort, das werde ich testen, wenn´s wieder geht (meine Bastelbude ist auf dem Speicher und da hat es z.Z >45°C, wenns´ kühler ist melde ich mich.
Gruß
Holger Pflug
vielen Dank für Ihre Antwort, das werde ich testen, wenn´s wieder geht (meine Bastelbude ist auf dem Speicher und da hat es z.Z >45°C, wenns´ kühler ist melde ich mich.
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Fehler dank Forum gefunden und behoben.....
29.May.05 17:48
....der Gleichrichter war der Übeltäter, der den Kurzschluß fabrizierte.
Herr Heussner, vielen Dank, Sie haben voll ins Schwarze getroffen. Daß Gleichrichter furchtbar heiß werden, die Verlustleistung im Lauf von 50 Jahren steigt, das hatte ich schon oft, und so kannte ich diesen Fehler. Ist der Kurzschluß das Endstadium dieser Entwicklung ? So etwas hatte ich noch nicht.
Was würde ich an Sonntagnachmittagen ohne kaputte Radios und ohne mein heißgeliebtes rm-Forum machen ? Jetzt jedenfalls behebe ich die restlichen Macken.
Also nochmal vielen Dank !
Holger Pflug
Herr Heussner, vielen Dank, Sie haben voll ins Schwarze getroffen. Daß Gleichrichter furchtbar heiß werden, die Verlustleistung im Lauf von 50 Jahren steigt, das hatte ich schon oft, und so kannte ich diesen Fehler. Ist der Kurzschluß das Endstadium dieser Entwicklung ? So etwas hatte ich noch nicht.
Was würde ich an Sonntagnachmittagen ohne kaputte Radios und ohne mein heißgeliebtes rm-Forum machen ? Jetzt jedenfalls behebe ich die restlichen Macken.
Also nochmal vielen Dank !
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Noch eine Frage an Herrn Knoll
01.Jun.05 11:30
Hallo zusammen,
mit neuem Gleichrichter spielt das Gerät jetzt und klingt für die Gehäusegröße sehr schön, woran sicher die Endstufe mit zweimal EL95 beteiligt ist.
Jetzt die Frage: wieso wurde in dieses Radio bei der eher bescheidenen Größe und dem gar nicht so hohen Preis eine Gegentaktendstufe eingebaut ? Die gab es doch sonst nur bei viel teureren Radios. Wollte man damit die Konkurrenz herausfordern ?
Wäre nett, wenn der Herr Knoll etwas dazu schreiben könnte.
Gruß
Holger Pflug
mit neuem Gleichrichter spielt das Gerät jetzt und klingt für die Gehäusegröße sehr schön, woran sicher die Endstufe mit zweimal EL95 beteiligt ist.
Jetzt die Frage: wieso wurde in dieses Radio bei der eher bescheidenen Größe und dem gar nicht so hohen Preis eine Gegentaktendstufe eingebaut ? Die gab es doch sonst nur bei viel teureren Radios. Wollte man damit die Konkurrenz herausfordern ?
Wäre nett, wenn der Herr Knoll etwas dazu schreiben könnte.
Gruß
Holger Pflug
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01.Jun.05 12:41

guten tag herr pflug,
welchen gleichrichter haben sie als ersatz eingesetzt?
gruss, daniel doll
welchen gleichrichter haben sie als ersatz eingesetzt?
gruss, daniel doll
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Gleichrichter-Ersatz
01.Jun.05 14:31
Hallo Herr Doll,
ich habe einen KBU8K-Silizium-Brückengleichrichter mit 100 Ohm/5Watt in der Plusleitung verwendet, damit liegen die Spannungen so ca. 5% unter dem Soll bei Einstellung des Netzteiles auf 220 Volt. 240 Volt läßt sich bei dem Radio leider nicht einstellen.
Gruß
Holger Pflug
ich habe einen KBU8K-Silizium-Brückengleichrichter mit 100 Ohm/5Watt in der Plusleitung verwendet, damit liegen die Spannungen so ca. 5% unter dem Soll bei Einstellung des Netzteiles auf 220 Volt. 240 Volt läßt sich bei dem Radio leider nicht einstellen.
Gruß
Holger Pflug
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